Und was die `Ad anlangt, so kamen
sie durch einen eisigen Sturmwind um, welchen Er sieben
Nächte und acht Tage lang gegen sie wüten ließ. Damals
hättest du das Volk dort niedergestreckt sehen können
wie hohle Palmenstrünke. Siehst du etwa einen von
ihnen übrig?
(Sure Al-Haqqa: 6, 8)
Ein anderes Volk, das vernichtet wurde und von dem in verschiedenen
Quransuren berichtet wird, ist das Volk von `Ad, das gleich
nach dem Volk von Noah erwähnt wird. Wie alle anderen Propheten
versuchte auch Hud, als Entsandter Allahs, sein Volk `Ad
davor zu warnen, Allah Partner beizugesellen und stattdessen
einzig an Ihn zu glauben und ihm zu gehorchen. Sein Volk
dagegen erklärte ihn zum Feind. In der Sure Hud wird detailliert
darüber berichtet, was zwischen Hud und seinem Volk vorgefallen
ist:
Und zu den `Ad (sandten wir) ihren Bruder
Hud. Er sprach: "0 mein Volk! Dient Allah! Ihr habt
keinen anderen Gott als Ihn. Ihr seid nichts als Erfinder
(von Götzen).
0 mein Volk! Ich verlange dafür keinen Lohn
von euch. Seht, mein Lohn ist bei Dem, Der mich erschuf.
Begreift ihr denn nicht?
0 mein Volk! Bittet euren Herrn um Verzeihung
für euch. Dann wendet euch reuevoll zu ihm. Er wird auf
euch Regengüsse vom Himmel herabsenden und wird euere Kraft
mit (noch mehr) Kraft mehren. Und wendet euch nicht in Sünde
ab!"
Sie sprachen: "0 Hud! Du kamst nicht
mit einem deutlichen Wunder zu uns. Und wir wollen unsere
Götter nicht auf dein Wort hin verlassen. Wir glauben dir
nicht.
Wir können nur vermuten, dass dich einer
unserer Götter mit einem Übel heimgesucht hat." Er
sprach: "Siehe, ich nehme Allah zum Zeugen, und bezeugt
auch ihr, dass ich nichts mit den Götzen zu schaffen habe,
die ihr Ihm zur Seite setzt. So macht halt
allesamt euere Pläne gegen mich und gebt mir keinen Aufschub.
Siehe, ich vertraue auf Allah, meinen Herrn
und eueren Herrn. Kein Lebewesen gibt es auf Erden, das
Er nicht am Schopf erfasst. Siehe, meines Herren Weg ist
gerade.
Und selbst wenn ihr den Rücken kehrt, so
habe ich euch doch überbracht, womit ich zu euch entsandt
worden war. Mein Herr wird euch ein anderes Volk nachfolgen
lassen. Und ihm könnt ihr nicht schaden. Siehe, mein Herr
gibt auf alle Dinge Acht."
Und als Unser Befehl kam, da retteten Wir
Hud und diejenigen, die mit ihm glaubten, durch Unsere Barmherzigkeit.
Wir retteten sie vor einer harten Strafe.
So waren die Ad: Sie verwarfen die Botschaft
ihres Herrn und rebellierten gegen Seine Gesandten und folgten
dem Befehl eines jeden eigensinnigen Gewaltherrschers.
Und der Fluch verfolgte sie in dieser Welt
und wird sie auch am Tage der Auferstehung verfolgen. Haben
die `Ad nicht ihren Herrn verleugnet? Fort mit den Ad, dem
Volke Huds! (Sure Hud: 50-60)
Eine andere Sure, die von `Ad berichtet, ist die asch-Schu'ara.
In dieser Sure wird auf einige Eigenschaften des Volkes
`Ad hingewiesen. Demnach ist `Ad ein Volk, das "Mahnmale
auf jeder Anhöhe baut" und "Kunstwerke
gestaltet, in der Hoffnung, unsterblich gepriesen zu werden".
Außerdem richten sie Unheil an und sind brutal. Als Hud
sein Volk warnte, sah es seine Predigten nur als "alte
Legenden" an. Das Volk war sich ziemlich sicher,
dass ihm kein Unheil zustoßen würde:
Die Ad bezichtigten die Gesandten der Lüge
(Damals) als ihr Bruder Hud zu ihnen sprach: "Wollt
ihr denn nicht gottesfürchtig sein? Seht, ich bin euch ein
getreuer Gesandter So fürchtet Allah und gehorcht mir! Und
ich verlange dafür keinen Lohn von euch; mein Lohn ist allein
bei dem Herrn der Welten.
Baut ihr euch aus Frivolität auf jedem Hügel
ein Denkmal Und errichtet Prachtbauten, als wolltet ihr
unsterblich werden? Und wenn immer ihr zupackt, seid ihr
maßlos grausam und gewaltsam. So fürchtet Allah und gehorcht
mir!
Und fürchtet Den, Der euch reichlich mit
all dem versorgte, was euch wohlbekannt ist. Euch reichlich
versorgte mit Viehherden und Kindern Und Gärten und Quellen.
Seht, ich fürchte für euch die Strafe eines gewaltigen Tages."
Sie sagten: "Es ist uns gleich, ob du
predigst oder nicht predigst. Dies sind lediglich alte Legenden
und wir werden niemals Strafe erleiden." Und so bezichtigen
sie ihn der Lüge. Da vertilgten Wir sie. Darin war wahrlich
ein Zeichen! Und doch wollen die meisten von ihnen nicht
glauben.
Und dein Herr - Er ist fürwahr der Mächtige,
der Barmherzige. (Sure Asch-Schu'ara':123-140)
Das Volk, das sich mit Hud verfeindete und gegen Allah
rebellierte, wurde aber tatsächlich vernichtet. Ein entsetzlicher
Sandsturm zerstörte `Ad, "als hätte es nie existiert".
Die Ausgrabung der Stadt Iram
Anfang der neunziger Jahre erschienen weltweit angesehene
Zeitungen mit Überschriften wie "Fabelhafte arabische
Stadt entdeckt", "Legendere arabische Stadt entdeckt",
"Das Atlantis des Sandes: Ubar" und gaben damit
einen wichtigen archäologischen Fund bekannt. Die Bedeutung
dieses Fundes wurde dadurch, dass der Name im Quran auftaucht,
um so wichtiger. Viele Menschen, die bis dahin der Ansicht
waren, dass die im Quran erwähnte Stadt `Ad nur Legende
sei oder nie ausfindig gemacht werden könnte, konnten nach
diesem Fund ihr Erstaunen nicht verheimlichen.
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Die Ruinen von der Stadt Ubar, in der das Volk von `Ad
lebte, wurden in der Nähe der Küste von Oman entdeckt.
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Der Amateur-Archäologe
Nicholas Clapp, ist es, der die im Quran erwähnte Stadt
entdeckt hatte.19
Clapp, Arabist und Dokumentarfilmer, stieß während er Forschungen
über arabische Geschichte betrieb, auf ein höchst interessantes
Buch: Arabia Felix, geschrieben von dem englischen
Forscher Bertram Thomas im Jahre 1932. Arabia Felix
war die römische Bezeichnung für das südliche Gebiet der
arabischen Halbinsel, das heutzutage Jemen und einen großen
Teil von Oman umfasst. Dieses Gebiet wurde von den Griechen
"Eudaimon Arabia" und von den arabischen Gelehrten
des Mittelalters "Al-Yaman as-Saida" genannt.20
Diese Bezeichnungen bedeuten soviel wie "glückliche
Araber". Denn in alten Zeiten empfand man, dass die
Menschen, die hier lebten die glücklichsten Völker ihres
Zeitalters waren. Warum wohl wurde dies so empfunden?
Der Grund lag in der strategischen Lage dieser Region.
Sie befand sich im Zentrum des Gewürzhandels, der zwischen
Indien und Nord Arabien stattfand. Außerdem bauten die hier
lebenden Völker eine seltene Pflanzenart namens Frankincense
(Weihrauch) an und trieben Handel mit ihr. Diese Pflanze,
die in den damaligen Gesellschaften große Beliebtheit genoss
und beinahe so wertvoll war wie Gold, wurde in religiösen
Ritualen als Räucherwerk angewandt.
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In den Ausgrabungen in Ubar wurden verschiedene Kunststücke
und Werke einer hohen Zivilisation, wie sie im Quran
erwähnt wird, aufgefunden. |
Der englische Forscher Thomas gibt in seinem
Werk detaillierte Informationen über diese glücklichen Völker
und behauptet, die Spuren einer von ihnen gegründeten Stadt
gefunden zu haben. Das war die Stadt, die die Beduinen "Ubar"
nannten. Bei einer Expedition in der oben genannten Region
hatten die in der Wüste lebenden Beduinen ihm einen Fußpfad
gezeigt und gemeint, dieser schmaler Weg führe zu einer sehr
alten Stadt, die Ubar hieße. Thomas, der sich sehr dafür interessierte,
starb noch bevor er seine Forschungen zu Ende führen konnte.21
Clapp, der das Werk von Thomas studierte, glaubte an die
verlorene Stadt und leitete wenig später Untersuchungen
ein.
Clapp versuchte auf zwei Wegen die Existenz
von Ubar zu beweisen. Zuerst ging er den Spuren nach, die
die Beduinen gezeigt hatten. Dann wandte er sich an die
NASA, ihm Satellitenbilder dieser Region zur Verfügung zu
stellen. Nach langen Bemühungen schaffte er es, sie dazu
zu überreden.22
Später machte sich Clapp daran, die antiken Niederschriften
und Landkarten, die sich in der Huntington Bibliothek in
Kalifornien befinden, zu studieren. Er beabsichtigte, so
die Landkarte der Region zu finden. Nach einer kurzen Nachforschung
fand er eine Landkarte von Ptolemäus, einem ägyptisch-griechischen
Geographen, die im zweiten Jahrhundert nach Christus gezeichnet
worden war. Auf der Landkarte waren eine alte Stadt und
Wege zu sehen, die zu dieser Stadt führten.
In der Zwischenzeit erreichte ihn die Nachricht der NASA
über die fertig gestellten Fotografien. Auf den Fotos waren
Spuren von Wegen zu sehen, die man nur mit Hilfe von Luftaufnahmen
als ein Ganzes erkennen konnte, also auf der Erde mit bloßem
Auge nicht festzustellen waren. Clapp verglich diese Aufnahmen
mit den antiken Landkarten und fand heraus, dass sie übereinstimmten.
Die Wege führten zu einer großen Siedlung, die früher eine
antike Stadt gewesen sein musste.
Endlich konnte diese legendäre Stadt, die bei den mündlich
überlieferten Geschichten der Beduinen häufig vorkam, ausfindig
gemacht werden. Kurz danach fing man mit den Ausgrabungen
an und fand unter den Sandhügeln die Überreste einer alten
Stadt. Deswegen wurde diese Stadt auch "Ubar, das Atlantis
des Sandes" genannt.
Jetzt stellte sich die Frage, wie man sicher sein konnte,
dass diese alte Stadt mit dem im Quran erwähnten Volk `Ad
in Verbindung zu bringen war.

Vom Raumschiff aufgenommene Fotos zeigen die Lage von
`Ad. Auf dem Bild sieht man (mit Pfeil gekennzeichnet)
den Treffpunkt der Handelwege in Ubar. |

1. Vor den Ausgrabungen kann man Ubar nur aus dem Weltraum sehen.
2. Nach den Ausgrabungen wurde 12 Meter unter der Erde eine Stadt entdeckt. |
Schon zu Beginn der Ausgrabungen stellte sich heraus, dass
die Stadt mit der im Quran erwähnten identisch war. Die
ausgegrabenen Säulen gehörten zum Volk `Ad und Iram. Denn
bei den Ausgrabungen war man auf lange Säulen gestoßen,
von denen schon der Quran berichtet hatte. Auch Dr. Zarins,
ein Mitglied des Forschungsteams betonte, dass diese langen
Säulen charakteristisch für diese Ausgrabungen seien. Das
hieß, dass diese Stadt mit der im Quran erwähnten Stadt
Iram identisch war, der Stadt des Volkes `Ad. Der Quran
sagt:
Sahst du nicht, wie dein Herr mit den `Ad
verfuhr? Mit Iram, der Säulenreichen, der im Land nichts
gleich war? (Sure al-Fadschr: 6-8)
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ANMERKUNGEN
(19)
Thomas H. Maugh II, Ubar, Fabled Lost City, Found by LA
Team, The Los Angeles Times, 5 Febuar 1992
(20)
Kamal Salibi, A History of Arabia, Caravan Books, 1980
(21)
Bertram Thomas, Arabia Felix: Across the "Empty Quarter"
of Arabia, New York, Schrieber's Sons, 1932, S. 161
(22)
Charlene Crabb, "Frankincense", Discover, Januar
1993
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