| Das Kommen des Propheten Moses
Aufgrund ihres Fanatismusses gaben die Altägypter ihren
götzendienerischen Glauben nicht auf. Es waren zwar manche
Menschen gekommen, die ihnen die Anbetung eines einzigen
Gottes prophezeiten, doch das Volk des Pharaos kehrte immer
wieder zu seinem verdorbenen Glauben zurück. Schließlich
sandte Allah Moses als Boten (rasul), denn zu dieser Zeit
hatte das ägyptische Volk der wahren Religion ein unwahres
System entgegengesetzt und die Kinder Israels unter ihrer
Herrschaft zu Sklaven gemacht. Moses war sowohl damit beauftragt,
in Ägypten die wahre Religion zu verkünden, als auch die
Kinder Israels aus der Sklaverei zu retten und sie auf den
richtigen Weg zu weisen.
Im Quran steht diesbezüglich:
Wir tragen dir etwas von der Geschichte von
Moses und Pharao vor, der Wahrheit gemäß, für Leute, die
gläubig sind.
Fürwahr, Pharao war überheblich im Lande
und spaltete sein Volk in Klassen. Einen Teil von ihnen
unterjochte er, indem er ihre Söhne abschlachtete und nur
ihre Frauen am Leben ließ. Er war wirklich einen derer,
die Verderben stiften.
Wir aber wollten den Schwachen im Lande Unsere
Huld erweisen und sie zu Vorbildern (im Glauben) und zu
Erben (Pharaos) machen
Und ihnen Macht im Lande geben und Pharao
und Haman und ihrem Heer durch sie gerade das erleben lassen,
wovor sie auf der Hut waren. (Sure al-Qasas: 3-6)
Der Pharao versuchte die Zunahme der Bevölkerung der Kinder
Israels zu verhindern, indem er jeden neugeborenen männlichen
Säugling umbringen ließ. So legte Moses' Mutter, inspiriert
von Allah, Moses in einen Korb und setzte ihn auf dem Fluss
aus. Die Strömung trieb den Korb zum Palast des Pharaos.
Allah sagt im Quran:
Und Wir gaben Moses Mutter ein: "Säuge
ihn! Doch wenn du für ihn fürchtest, übergib ihn dem Strom
und ängstige dich nicht, und gräme dich nicht. Wir werden
ihn dir bestimmt wiedergeben und ihn zu einem der Gesandten
machen."
Und Pharaos Leute fanden ihn, damit er ihnen
zum Feind und Kummer werden würde; denn Pharao, Haman und
ihr Heer waren fürwahr Sünder.
Pharaos Frau sprach: "Er ist mir und
dir ein Augentrost. Tötet ihn nicht! Vielleicht nützt er
uns (irgendwie) oder nehmen wir ihn als Sohn an"; sie
waren ahnungslos. (Sure al-Qasas: 7-9)
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Die Völker, welche
der Pharao als Sklaven zu quälen pflegte. Besonders
am Anfang der Regierungszeit des neuen Königs, begannen
kleinere Völker, Bauarbeiten zu übernehmen. Zu diesen
kleineren Völkern gehörten auch die Kinder von Israel.
Das Bild ganz oben zeigt uns Sklaven, die am Bau eines
Tempels arbeiten und höchstwahrscheinlich einige der
Kinder von Israel sind. Das große Bild unten zeigt uns
Sklaven, die auch einige der Kinder von Israel sind.
Sie machen technische Vorbereitungen für die Bauarbeiten.
Die Sklaven stellen Ziegelsteine her und bereiten Mörtel
vor, indem sie mit Hilfe des Feuers den Schlamm brennen. |
Die Frau des Pharaos verhinderte somit den Tod von Moses
und adoptierte ihn. So verbrachte Moses seine Kindheit im
Palast des Pharaos. Und mit Allahs Hilfe brachte man seine
leibliche Mutter als Amme in den Palast.
Moses wuchs zu einem jungen Mann heran und eines Tages
sah er einen Ägypter einen der Kinder Israels quälen und
er tötete den Ägypter. Die Vorgesetzten der Stadt drohten
ihn dafür mit dem Todesurteil. Daraufhin verließ Moses Ägypten
und kam nach Madyan. Schließlich sprach Allah zu ihm und
ernannte ihn zum Propheten. Er wurde mit der Aufgabe betreut,
zum Pharao zurückzukehren und ihm die Religion Allahs zu
verkünden.
| Ramses II, der
gemäß der meisten Historiker mit dem Pharao, von welchem
uns der Quran erzählt, identisch ist, ist gerade dabei,
einige seiner Sklaven umzubringen. Wie schon auf diesen
Bildern zu erkennen ist, haben sich die Pharaonen stets
idealisieren und als mächtige Kämpfer darstellen lassen.
Von ihren Künstlern wurden sie als Helden mit breiten
Schultern dargestellt, welche die Fähigkeit besaßen,
im selben Moment mit mehreren zu kämpfen. Da sie sich
für göttlich hielten, versuchten sie, sich den anderen
Menschen überlegen zu präsentieren.. |
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Der Palast des Pharaos
Auf Befehl Allahs kehrten Moses und sein Bruder Aaron zum
Pharao zurück und verkündeten ihm die wahre Religion. Der
Pharao solle von nun an aufhören, die Kinder Israels zu
quälen und sie stattdessen mit Moses fortgehen lassen. Für
den Pharao war es völlig unakzeptabel, dass eine ihm jahrelang
nahestehende Person ihn auf diese Weise ansprach. Deshalb
warf der Pharao ihm Undankbarkeit vor:
(sie kehrten zurück und der Pharao sprach):
Haben wir dich nicht unter uns als Kind aufgezogen, so dass
du viele Jahre deines Lebens unter uns verbracht hast? Und
hast du nicht jene Tat verübt? Du bist ein Undankbarer!
(Sure asch-Schu'ara': 18-19)
| Ein
Bild, das die Überlegenheit der Pharaonen symbolisiert.
Links: Die Kriegsgefangenen, von den Ägyptern mitgenommen,
warten auf ihre Todesstrafe.
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Der Pharao versuchte, Moses emotional zu beeinflussen.
Moses müsse sich ihnen fügen, denn sie hätten ihn einst
aufgenommen und großgezogen. Mit dieser emotionalen Atmosphäre,
die der Pharao zu inszenieren versuchte, glaubte er auch,
die Vorgesetzten der Stadt beeinflussen zu können. Somit
würden auch sie dem Pharao Recht geben.
Andererseits würde die von Moses verkündete wahre Religion
die Macht des Pharaos unterminieren und ihn mit anderen
Menschen gleichstellen. Ferner müsste er sich Moses unterwerfen.
Weiterhin würde die Freilassung der Kinder Israels für ihn
einen großen Verlust Arbeitskraft bedeuten.
Somit weigerte er sich, Moses auch nur einen einzigen Moment
anzuhören. Er versuchte, ihn als Narren hinzustellen. Indem
er sinnlose Fragen stellte, bemühte er sich, das Thema zu
wechseln. Gleichzeitig versuchte er, Moses und Aaron als
Anarchisten zu brandmarken und sie für politisch schuldig
zu erklären. Weder der Pharao noch die Vorgesetzten der
Stadt haben sich Moses gefügt. Sie haben die wahre Religion,
die ihnen verkündet wurde, nicht angenommen. Daraufhin hat
Allah ihnen verschiedenes Unheil geschickt.
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Ramses II. sehen
wir hier auf seinem Kriegswagen, einem großen Heer "mutig“
entgegentreten. So wie die meisten Bilder, ist auch
dieses nur eine fiktive Szenerie, die auf Befehl des
Pharaos von seinen Malern gezeichnet wurde |
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Der Kadesch-Krieg.
Dieser Kampf zwischen Ramses II. und den Hettitern wurde
vom Pharao der Geschichte als überragender Sieg dargestellt.
Dabei entkam der Pharao im letzten Moment dem Tode und
musste gezwungenermaßen Frieden schließen. |
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